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KlimPark: Klimaangepasste Parkgewässer – Handlungskonzept zum klimaangepassten Management von Parkgewässern in Bremen (ABGESCHLOSSEN)

  • Teiche in Grünanlagen

    Urbane Kleingewässer in Bremen

    Teiche, Gräben und Fleete durchziehen Bremens Grünanlagen

    Neben den großen Gewässern, Weser, Wümme, Ochtum sowie den größeren Badeseen gibt es in der Stadt Bremen eine Vielzahl an Kleingewässern. Diese Teiche, Gräben und Fleete befinden sich häufig in Parks bzw. in kleinen Grünanlagen.
  • Teich neben Haus

    Klein, aber oho

    Wert der Kleingewässer für Naherholung und Stadtklima

    Die Park- und urbanen Kleingewässer stellen für die Menschen in der Stadt einen enormen Wert als Lebensstandort und zur Naherholung dar. Insbesondere an heißen Sommertagen haben die Gewässer einen positiven bioklimatischen Einfluss auf das Stadtklima und sind somit auch für Bremens Anpassung an den Klimawandel von Bedeutung insbesondere bei Hitzewellen.
  • Reiher an Teich

    Biodiversität in der Stadt

    Kleingewässer als Lebensraum für Pflanzen und Tiere

    Die Kleingewässer sind auch Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, u. a. Brutvögel, Fische, Amphibien und Insekten. Viele gefährdete Arten sind wassergebunden und somit auf die Kleingewässer angewiesen.
  • Bäume und Enten am Teich

    Laubeintrag und Entenfüttern

    Herausforderungen beim Parkgewässermanagement

    Die zumeist künstlich angelegten Parkgewässer sind eher klein und flach und verfügen häufig über keinen natürlichen Zufluss. Starker Laubeintrag aufgrund eines hohen Baumbestands in der Umgebung führt oftmals zu einer beschleunigten Verschlammung der Gewässer. Von Menschen verursachte Einträge, z. B. durch das Füttern von Enten, können zusätzlich zu Belastungen führen.
  • Algen und wenig Wasser in Teich

    Hitze und Trockenperioden setzen den Kleingewässern zu

    Bremens Parkgewässer im Klimawandel

    Hitze- und Trockenperioden stellen zunehmend eine zusätzliche Belastung für die urbanen Kleingewässer dar. Die stärkere Erwärmung des Wassers, dadurch hervorgerufene schnellere Umsetzungsprozesse und verstärkte Sauerstoff zehrende Nährstoffmobilisierung aus den Sedimenten können zu einer Verschlechterung der Wasserqualität durch extremes Algenwachstum und Sauerstoffdefizite führen. Durch niedrigere Wasserstände wird die Situation aufgrund einer verminderten Verdünnung von Nähr- und Schadstoffen noch verschärft.
  • Schlamm in Teich

    Schlamm statt Wasser

    Verschlammung der Parkgewässer

    Durch eine zunehmende Erwärmung wird die Schlammbildung in den Kleingewässern noch verstärkt. Dadurch verringert sich der Lebensraum in den Kleingewässern insbesondere für Fische deutlich und die Gewässer können schneller trocken fallen. Es bedarf daher innovativer Lösungen, um eine zielgerichtete und systematische Unterhaltung der Kleingewässer möglichst kostengünstig an sich ändernde Klimabedingungen anzupassen.
  • Ausgetrocknetes Gewässer

    Wenn Gewässer verschwinden

    Austrocknen der Parkgewässer

    Im Extremfall können bei langanhaltenden Hitzeperioden die Kleingewässer auch komplett austrocknen. Dies kann fatale Konsequenzen für die aquatische Fauna zu Folge haben.
  • Regeneinleitung in Teich

    Parkgewässer für die Starkregenvorsorge?

    Potenzialabschätzung für die Aufnahme von Niederschlagswasser

    Durch zunehmende Starkregenereignisse ergeben sich zusätzliche Herausforderungen, alle Potenziale zum schadlosen Regenwasserabfluss zu erschließen. Eine Niederschlagsaufnahme durch Parkgewässer könnte zusätzliche Zwischenspeicherungsmöglichkeiten im Starkregenfall schaffen und gleichzeitig niedrigen Wasserständen entgegenwirken. Die Möglichkeit, Dachflächenwasser qualitativ unbedenklich in Parkgewässer einzuleiten, gilt es zu prüfen.
  • Beprobung Teich

    Bremens Kleingewässer unter der Lupe:

    Das Projekt KlimPark

    Durch das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz und dem Umweltressort geförderte Projekt KlimPark wird ein klimaangepasstes Parkgewässermanagement für die Stadtgemeinde Bremen erarbeitet und durch verschiedene beteiligte Akteure abgestimmt. Das Projekt KlimPark knüpft an die Schlüsselmaßnahme der Bremer Klimaanpassungsstrategie HB 3 „Klimaangepasste Gestaltung und Unterhaltung von Gewässern“ an.

Das Projekt kurz & knapp:

Das Projekt KlimPark ist abgeschlossen. Ziel war es, Bremens Kleingewässer fit für den Klimawandel zu machen. Dabei hat das Projekt auf die 2018 beschlossene Klimaanpassungsstrategie aufgebaut und angeknüpft an die Schlüsselmaßnahme HB 3 "Klimaangepasste Gestaltung
und Unterhaltung von Gewässern". Ziel war konkret die Steigerung der Klimaresilienz der Parkgewässer und der urbanen Kleingewässer durch die Etablierung und anschließende Verstetigung eines klimaangepassten Kleingewässermanagements in der Stadtgemeinde Bremen. Das Management berücksichtigt einerseits die ökologischen Herausforderungen, insbesondere die durch klimawandelbedingte sommerliche Hitzewellen zunehmenden Wassertemperaturen und verminderte Wasserstände. Andererseits wurde auch das Potenzial für eine qualitativ unbedenkliche Aufnahme von Niederschlagswasser bei Starkregenereignissen ausgelotet. Für eine Starkregenvorsorge und um gleichzeitig trockenheitsbedingten niedrigen Wasserständen der Gewässer entgegenzuwirken. Im Projekt wurden innovative Methoden und technische Verfahren erprobt sowie die institutionelle Zusammenarbeit langfristig gestärkt und durch das Einbeziehen der BürgerInnen auch die Sensibilisierung der Bevölkerung gegenüber Klimafolgen und Anpassungsnotwendigkeiten erhöht.

Das Projekt Klimaangepasste Parkgewässer - Handlungskonzept zum klimaangepassten Management von Parkgewässern in Bremen (KlimPark) wurde gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz BMUV im Rahmen des Förderprogramms "Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel" - Förderschwerpunkt: Kommunale Leuchtturmvorhaben sowie Aufbau von lokalen und regionalen Kooperationen. Laufzeit: 01.02.2022 bis 30.04.2025 (Förderkennzeichen 67DAS233). Projektträgerin: Zukunft – Umwelt – Gesellschaft gGmbH ZUG

Hintergründe:

Bremens Parkgewässer sind ein beliebtes Erholungs- und Ausflugsziel für die Bremer Bevölkerung. Sie tragen mit ihren Wasserflächen und dem positiven Einfluss auf das Stadtklima zu einer verbesserten Wohn- und Arbeitsqualität in der Stadt bei. Mit fortschreitendem Klimawandel wird die Relevanz ihrer Erholungs- und Kühlungsfunktion an heißen Sommertagen noch entscheidender. Gleichzeitig stellen klimawandelbedingte Hitze- und Trockenperioden eine zunehmende Belastung für die Ökosysteme dieser Gewässer dar. Die zunehmende Erwärmung des Wassers, dadurch hervorgerufene schnellere Umsetzungsprozesse und verstärkte Sauerstoff zehrende Nährstoffmobilisierung aus den Sedimenten können zu einer Verschlechterung der Wasserqualität führen. Aufgrund niedriger Wasserstände wird die Situation noch verschärft. Daraus ergeben sich verschlechterte Lebensbedingungen der aquatischen Flora und Fauna. Gleichzeitig besteht in einigen Bereichen der Parkgewässer ein noch unbekanntes Potenzial zur Aufnahme von schadstoffunbelasteten Starkregenabflüssen, zum Beispiel von geeigneten Dachflächen, das heißt zur Schaffung zusätzlicher, geordneter, oberflächiger Zwischenspeicherungs- und Abflussmöglichkeiten im Starkregenfall.

Projektziele:

Ziel des KlimPark-Projektes war die Erarbeitung, Etablierung und anschließende Verstetigung eines abgestimmten Handlungskonzepts für ein nachhaltiges, klimaangepasstes Parkgewässermanagement für die Stadtgemeinde Bremen, das der Erhöhung der Resilienz gegenüber bereits vorhandenen und zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels - insbesondere Starkregen und Hitzeperioden - dient. Dies sollte modellhaft unter Einbeziehung der Fachverwaltungen und weiterer für die Parkgewässer und die urbanen Kleingewässer verantwortlicher Akteure und als Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen zur langfristigen Erhaltung der Funktion dieser Gewässer erarbeitet werden. Konkret wurde ein Kooperationsforum etabliert für eine übergreifende Kompetenzbündelung, Abstimmung und einen kontinuierlichen Austausch, ein Monitoringkonzept für die Parkgewässer unter Einbeziehung der Bürgerschaft erarbeitet sowie das Potenzial für eine qualitativ unbedenkliche Aufnahme von Niederschlagswasser bei Starkregenereignissen ausgelotet für eine Starkregenvorsorge und um gleichzeitig hitzebedingten niedrigen Wasserständen der Parkgewässer entgegenzuwirken. Die Ergebnisse der Prüfung und Planung einer innovativen Maßnahme für ein stark belastetes Parkgewässer gingen in das gesamtstädtische Handlungskonzept ein. Die Sensibilisierung der Bremer Bürger*innen für den Wert und die Vulnerabilität der Parkgewässer im Klimawandel und ein Transfer der Ergebnisse an andere Kommunen wurde über unterschiedliche Kommunikationsformate und Informationsmaterialien realisiert.

Arbeitspakete:

Kooperationsforum

Die Etablierung eines Kooperationsforums klimaangepasste Parkgewässer bündelte verwaltungsübergreifend Kompetenzen, mit dem Ziel, die institutionelle Kommunikation und Zusammenarbeit zu verbessern. Verschiedene am Parkgewässermanagement beteiligte Institutionen der Stadtgemeinde Bremen nahmen an den regelmäßigen Treffen teil.

Bürger:innenbeteiligung - Citizen Science

Bremer Bürgerinnen und Bürger konnten beim KlimPark Projekt aktiv mitmachen. Bei der “Citizen Science Initiative“ waren interessierte Personen oder Personengruppen aufgerufen, sich an einem Gewässer-Monitoring zu beteiligen.

Parkgewässer Monitoring

Ziel dieses Arbeitspakets war es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich die Wasserqualität in den wichtigsten Bremer Parkgewässern derzeit über die Sommermonate verhält. Während der Sommermonate wurden an Fokusgewässern Wasserproben entnommen und auf physisch-chemische Wasserparameter untersucht.

Umsetzung von Pilotmaßnahmen

Im Rahmen von Klimpark wurde die Umsetzung von Gewässersanierungen mittels innovativer Verfahren an bereits belasteten Parkgewässern durch Analysen begleitet und der Nutzen dieser Pilotmaßnahmen mit Hinblick auf ein Kleingewässermanagement im Klimawandel bewertet. Darüber hinaus wurden weitere innovative Maßnahmen zur verbesserten Gewässerunterhaltung bzw. von Gewässersanierungen im Detail geprüft bzw. vorgeplant.

Potenzialabschätzung Niederschlagswasseraufnahme

Ziel war es, das Potenzial der Bremer Parkgewässer für den Regenwasserrückhalt beziehungsweise Regenwasserabfluss insbesondere im Starkregenfall zu ermitteln. Eine Entkoppelung geeigneter Dachflächen vom Kanalnetz würde zum einen der Starkregenvorsorge dienen, zum anderen könnte der Wasserzufluss in ein Parkgewässer den Folgen von hitzebedingten niedrigen Wasserständen der Parkgewässer entgegenwirken. Die Maßnahme berücksichtigt somit gleichzeitig zwei Klimafolgen.

Öffentlichkeitsarbeit

Durch eine zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit wurden die Bremerinnen und Bremer für den bewussten Umgang mit den Parkgewässern sensibilisiert. Neben der Pressearbeit im Laufe des KlimPark Projekts wurden insgesamt 18 Schautafeln zum schädlichen Entenfüttern an mehreren Parkgewässern installiert.

Handlungskonzept Parkgewässermanagement

Basierend auf den Ergebnissen der anderen KlimPark-Arbeitspakete wurde ein gesamtstädtisches Handlungskonzept für ein innovatives, nachhaltiges Management der Bremer Parkgewässer im Klimawandel erstellt. Dieses könnte künftig als Strategie Bremens für das Parkgewässermanagement dienen und sollte regelmäßig fortgeschrieben werden.

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