Im Land Bremen ist das Jahresmittel der Lufttemperatur im Zeitraum von 1881 bis 2023 bereits um 1,6 °C gestiegen. Dies führte auch zu einer Zunahme von Heißen Tagen. Auch in den nächsten Jahren wird sich diese Erwärmung aufgrund des Klimawandels fortsetzen, sodass in Zukunft mit häufigeren und intensiveren Hitzeereignissen zu rechnen ist.
Direkte gesundheitliche Folgen starker Hitzebelastung umfassen insbesondere hitzebedingte Gesundheitsstörungen, Verschlimmerung bereits bestehender Vorerkrankungen und im Extremfall auch vorzeitige Todesfälle. Hitzebelastungen wirken sich ebenfalls auf die wirtschaftliche Produktivität aus und können zukünftig zu Überlastungen im Gesundheitssystem führen. Der Hitzeaktionsplan dient dabei dem gesundheitlichen Schutz bei Hitze und trägt gleichzeitig auch zu einer besseren Lebensqualität der Bevölkerung bei.
Um sich vor den negativen Folgen von heutigen und zukünftigen extremen Hitzeereignissen zu schützen, hat der Senat 2024 einen Hitzeaktionsplan beschlossen. Dieser Plan legt Strukturen und Maßnahmen fest, mit denen sich das Land Bremen und seine beiden Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven auf Hitzewellen vorbereiten. Der Hitzeaktionsplan beinhaltet insgesamt 26 Maßnahmen, die sich auf fünf Handlungsfelder verteilen. Zur Koordinierung der Umsetzung des Hitzeaktionsplans wurde eine zentrale Koordinierungsstelle beim Gesundheitsamt Bremen eingerichtet.

Übersicht der Maßnahmen des Hitzeaktionsplan.
Die Gefährdung von Menschen durch Hitze hängt von verschiedenen Faktoren ab. Diese sind beispielweise die Hitzeexposition, die physiologische Empfindlichkeit gegenüber Hitze und individuelle Anpassungsmöglichkeiten und -fähigkeiten, sich vor Hitze zu schützen. Dabei sind vor allem vulnerable Bevölkerungsgruppen besonders durch Hitze gefährdet. Zu diesen Gruppen zählen etwa Senior:innen (65+), Hochaltrige (80+), kleine Kinder und Säuglinge, und Menschen mit Vorerkrankungen. Auch Menschen mit erhöhter Exposition, also Menschen die körperlich anstrengende Arbeit im Freien verrichten oder wohnungslose Menschen, sind besonders durch Hitze gefährdet.
Vor dem Hintergrund sozialer Ungleichheiten kommen oftmals mehrere Faktoren zusammen, wenn beispielsweise ältere Menschen mit Vorerkrankungen und geringem Einkommen in besonders hitzebelasteten Wohnverhältnissen oder sozial isoliert leben.
Bei andauernder Hitze heizen sich eng bebaute und wenig durchgrünte Quartiere stärker auf als der restliche Stadtraum, sodass hier ebenfalls ein erhöhtes Risiko besteht. Daher wurde im Rahmen des Hitzeaktionsplans ebenfalls analysiert, welche Stadtteile besonders von Hitze belastet sind und in welchen Quartieren überproportionale viele vulnerable Menschen leben. Die entsprechenden Karten können in hoher Auflösung heruntergeladen werden: Kartenmaterial
Der Hitzeaktionsplan ist eingebettet in die Klimaanpassungsstrategie des Landes Bremen und seiner beiden Stadtgemeinden und wurde parallel mit der Fortschreibung der Anpassungsstrategie entwickelt. Langfristig wirkende städtebauliche Maßnahmen zur Reduzierung von Hitzebelastungen in Straßen, Plätzen und Gebäuden sind Bestandteil sowohl des Hitzeaktionsplans als auch der Fortschreibung der Klimaanpassungsstrategie. Die Entwicklung des Hitzeaktionsplans erfolgte unter der Federführung der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft und unter Beteiligung der betroffenen Fachverwaltungen aus Bremen und Bremerhaven sowie weiteren Akteur:innen und Fachverbänden aus den Bereichen Gesundheit und Soziales.

Der Hitzeaktionsplan 2024 und die Klimaanpassungsstrategie 2025 wurden gemeinsam entwickelt. Der Hitzeaktionsplan adressiert insbesondere hitzebedingte Gesundheitsrisiken und beinhaltet die entsprechenden Maßnahmen. Überschneidungen bestehen bei langfristig wirkenden städtebaulichen Maßnahmen zur Reduzierung der Hitzebelastungen von Straßen, Plätzen und Gebäuden (gestrichelte Bereiche). Diese Maßnahmen adressieren neben Hitze zusätzlich auch weitere Risiken wie Starkregen oder den Verlust der Artenvielfalt und sind Bestandteil sowohl des Hitzeaktionsplans als auch der Klimaanpassungsstrategie 2025.